DIE PRAGER MUSEUMS-BLÄTTER (German)


Veronika Bernard

DIE PRAGER MUSEUMS-BLÄTTER

 

SIE WERDEN ALLES HISTORISCH SAMMELN ...

 

 

... was im Leben, so wie in der Wissenschaft und der Kunst, die Nation berührt1kündigten die Herausgeber in ihrem programmati­schen Vorwort zur deutschsprachigen Ausgabe der Monat­schrift der Gesell­schaft des vater­ländi­schen Museums in Böhmen an, als diese im Januar des Jahres 1827 (parallel zur tschechischen Ausgabe) erstmals im Eigen-Verlag des Museums zu Prag er­schien. Und es läßt sich nicht leugnen: schon diese wenigen Zei­len - obwohl eigentlich aus der Feder des tschechischen Historikers Frantisek Palacky stammend2 - verraten die geisti­ge Hand­schrift des dama­ligen Museums-Präsi­denten, des Grafen Kaspar von Stern­berg. 77 Jahre später zitiert A. G. Przedak in seiner »Geschich­te des deutschen Zeit­schriftenwe­sens in Böhmen« einer­seits Au­gust Sau­ers würdigende Einschätzung jenes Projektes3 und ande­rerseits Al­fred Klaar (bekannt als Redak­teur der Bohe­mia)4 mit den rück­blicken­den Worten, die Zeit­schrift sei ein Un­ter­neh­men gewe­sen, das in sei­nem Ernst Alles, was sich bisher pu­bli­zis­tisch ge­regt hatte, weit hinter sich zurück­[läßt]. Die wis­sen­schaft­liche Kri­tik ist er­wacht, die litera­ri­sche er­starkt; [...] Aus dem Pro­gramme vernehmen wir die Ge­danken Sternbergs, den Goethe ver­wandten Geist der Naturfor­schung, der stillen, umfa­ßenden Samm­lung, der thätigen Hei­mathsliebe.5 Da­zwischen liegen die Jahre der wohl­wollenden Re­zeption durch Goe­the ebenso wie die des schritt­wei­sen Untergehens der deutschsprachi­gen Ausgabe, von der hier vor­nehm­lich die Rede sein soll. Und selbst, wenn Alfred Klaar nicht genau so, wie von Przedak wie­dergegeben, for­mu­liert haben soll­te, - schließ­lich nennt dieser nicht die Quel­le des Zitats - trifft die Cha­rak­teri­sierung trotz allem zu. Denn was sich hin­ter der ein­gangs zi­tierten knap­pen Absichts-Erklärung ver­birgt, ist tat­sächlich die ganze Offen­heit der Sternbergi­schen Gedan­ken­welt: sein Stre­ben nach Kon­takten über die Gren­zen der Habs­bur­ger­mon­archie hinaus, das Bemü­hen um die Prä­senz bei­der we­sentli­cher Sprach­grup­pen auf dem Gebiet der Böh­mi­schen Länder und, vor allem, sein Blick für die Gesamtheit kul­turellen Le­bens. War nämlich das va­ter­ländi­sche Mu­seum, ein­schließ­lich sei­ner Bi­blio­thek, in er­ster Linie als naturwis­sen­schaftlich-historische Ein­rich­tung gegründet worden,6 so stand die Zeit­schrift von An­fang an Bei­trägen aus allen Be­rei­chen des wissen­schaftlich-kul­tu­rel­l-lite­rarischen Lebens offen. Der Weg dorthin gestaltete sich aller­dings kompromißreich. Bis man sich auf die Details der (endgül­tigen) universellen Ausrich­tung geeinigt hat­te, bedurfte es mehre­rer Entwürfe und wohl auch grund­sätzlicher Ausein­ander­setzungen. Ja, streng genommen, stand eine Ausein­andersetzung sogar am Beginn der Mo­nat­schrift: Frantisek Pa­lacky hält in seinen 1874 erschienenen Gedenkblät­tern den Verlauf jener Dis­kussion vom 20. Dezember 1825 im Hause Stern­berg fest, die sich an der Klage Kaspars von Stern­berg über die geringe Betei­ligung der Öffentlichkeit an dem Museums-Projekt entzündete und in der die Einbrin­gung der natio­nalen Interessen (ins­beson­dere der tsche­chi­schen Volks­gruppe) zunehmend in den Mittelpunkt rückte. Es kristal­li­sierten sich hierbei zwei gegen­sätzliche Positionen heraus, deren betont na­tionalistisch-histo­rische allen voran Palacky vertrat. Schließ­lich faßte man die Heraus­gabe einer Zeitschrift als geeigne­ten Weg ins Auge, die vater­ländische Idee des Museums, im wahrsten Sinne des Wortes, un­ters Volk zu bringen. Auf Wunsch seines För­derers Kaspar von Stern­berg lie­ferte Palacky noch im Dezember 1825 die ersten Konzepte, die sowohl eine tsche­chische als auch eine deutsch­spra­chige Aus­gabe vorsahen - die letztere in erster Linie, um den Kontakt zum Ausland herzu­stel­len.7 In­ner­halb die­ses Rahmens be­durfte es je­doch einzelner, klärender Korrekturen. So etwa fehl­te zunächst die Berücksichti­gung von in Böh­men ent­stan­dener (und ent­ste­hen­der) deutschspra­chiger Litera­tur unter den Zielen der deut­schen Aus­gabe, während die tsche­chische sich durchaus natio­nalen Poe­sien widmen sollte.8 Eine weitere Denk­schrift vom 14. Mai 1826 schließt, wenn auch recht zögerlich, diese Lücke.9 Und als man nach Überwindung diverser Zensur- und sonstiger bürokra­tischer Klip­pen10 dar­an gehen konn­te, das rich­tung­wei­sende publi­zisti­sche Vorhaben endgül­tig in die Tat umzu­set­zen, warb man nicht zu­letzt in die­sem Sinne um brei­te Auto­ren-Betei­li­gung und um eben­so reges Pu­bli­kums-Inter­esse.

 

Auf der Altstadt bei St. Anna ...

 

... im ehemaligen von Schönfeld­schen Zei­tungs-Comptoir habe man das Bureau der beiden Zeit­schrif­ten des vater­ländi­schen Museums [...] am 1. September eröffnet, ließ man über die Pra­ger Zei­tung vom 12. Oktober 1826 wissen, und wei­ter: Die Zeit­schriften sel­bst wer­den vom Jänner 1827 an (die deut­sche in Monat-, die böh­mische in Quar­tal-Heften) er­schei­nen. Pränu­mera­tionen auf die­selbe wer­den: im Bureau mit 3 fl. C. M. für die deutsche, und mit 1 fl. C. M. für die böhmische halb­jährig - im Prager Ober­post­amte mit 3 fl. 40 kr. und 1 fl. 30­  kr., in der Buchhandlung der H. J. Kronberger und Weber mit 3 fl. 30 kr. und 1 fl. 30 kr. angenom­men. Die für beide Zeit­schriften be­stimmten literarischen Bei­träge können im Bureau dem Herren Re­dacteur übergeben wer­den.11 Diesen Posten bekleidete vom ersten Tag an Fran­tisek Pa­lacky.12 An Engagement man­gelte es dem­nach kei­neswegs. Trotz­dem konnte im Jahr 1829 der deut­sch­spra­chige Teil nur durch Um­wand­lung in eine Viertel­jahrs­schrift vorläufig geret­tet wer­den. Sie er­schien bis Ende 1831 bei J. G. Calve in Prag unter dem Titel Jahr­bü­cher des böh­mi­schen Museums für Na­tur- und Völker­kun­de, Ge­schichte, Kunst und Lite­ra­tur. An Be­gründun­gen für das rasche Schei­tern des ambi­tio­nier­ten Projek­tes fehlte es nicht. So ver­mutet Franz Klut­schak13 in den Selb­st­biographi­schen Frag­menten der Bohe­mia vom 1.1.1877 die Ursa­che in der zuneh­mend anti-deut­schen Nei­gung Palac­kys.14 St­ern­berg selbst be­grün­det den Miß­er­folg 1830 in einem Brief an Goe­the, der zu­nä­chst als stif­ten­des und später als Eh­ren­mit­glied der Museums-Ge­sell­schaft ange­hör­te,15 mit Ab­satzpro­blemen im deutsch­spra­chigen Ausland: Aus mehr oder weni­ger be­gründe­tem Haß gegen die östrei­chi­sche Censur hät­ten sich die Buchhändler in Deutsch­land gleichsam ver­schwo­ren alles was aus den Oestreichi­schen Staaten ohne Un­ter­schied an sie ge­schickt wird a priori als Kreb­se zu behan­del­n.16 Und die Daten scheinen dies zu bestä­ti­gen. Palacky weiß von lediglich sechs Exem­plaren zu berichten, die in Deutschland ihre Käufer fanden, vornehmlich in der Person von dort le­ben­den Böh­men.17

Daß unter solchen Bedingungen die 1825-26 erstellte Ren­tabili­täts­kalku­la­tion nicht aufge­hen konnte, bedarf kaum der Erwäh­nung. Hatte Palacky 1825 noch recht glo­bal drei Grundsätze für die äussere Oekonomie der Zeitschrift herausgearbei­tet (kei­ne oder äusserst wenige Gratisexemplare, Druckkosten-Deckung bei Absatz von 200-250 Exemplaren, keine festen, sondern auf Lei­stung und Ertrag basierende, Honorare für Mitarbeiter),18 so legte er 1826 jene zwei Faktoren im Detail dar (inklusive der Maßnah­men gegen unerlaubten Nachdruck19), an denen sich der Umfang der beiden Zeitschriften orientie­ren müßte. Prin­zi­piell sollte der Verkauf der halben Auf­lage den Kosten­aufwand abdec­ken. Um dies zu ge­währleisten, plan­te man, die Auflagen­stär­ke der Pränu­meran­ten-Zahl anzupassen und nur ein Drittheil als Ueberschuss zu drucken. Das zur Illu­stra­tion ange­führte Denk-Beispiel legte man in der Größen­ordnung von 400 po­tentiel­len Abonnenten an. Als Obergrenze für den Ver­kaufspreis der einzel­nen Hefte betrachtete man 1 fl. 15 kr. W. W. für die deut­sche Mo­nats­schrift und 1 fl. 30 kr. W. W. für die tschechi­sche Quar­talsschrift als rathsam (also rund das Doppelte des 1827 effek­tiv verlangten Pränumera­tions-Preises).20 Jedoch sei darüber hin­aus als weiterer Ge­sichts­punkt zu berücksichtigen, daß eine Institu­tion wie das vaterlän­dische Museum aus Prestige-Gründen wohl Monathefte zu 5 bis 6 Druckbo­gen, aber keine Quar­talhefte unter 10 bis 12 Bogen her­ausgeben könne.21 Der Entwurf von 1825 hatte hier noch undif­fe­renziert von 8 bis 10 Bogen gesprochen.22 Die Realität des Jah­res 1827 schließ­lich lag bei 6 Druck-Bogen. Ein Heft der Monat­schrift umfaßte somit durchschnittlich 96 Seiten im Din-A-5-Format in v. Schönfeld's Papier und Druk, zu­sammen­gehalten durch einen Papier-Einband (stär­kerer Qualität als die Seiten), dessen Vorderansicht man Titel, Jahr­gang, Heft-Nummer und Ver­leger entnehmen konnte. Auf der Rück­seite befand sich das In­haltsverzeichnis der jeweiligen Num­mer. Diese Aus­stattung be­hielt man, mit ge­ring­fügigen Abweichungen, in den Jahren 1828 und 1829 bei, auch nach­dem mit Juli 1828 der Verlag beider Zeit­schriften der Buch­hand­lung Calve übergeben worden war (und man in der Folge das Redak­tions­büro im An­nahof, Altstadt Nr. 211, auflöste).23 Wesentli­che Veränderungen ergaben sich erst 1830 mit Umwand­lung der Monatschrift in eine Viertel­jahrs­schrift. Wäh­rend der Um­fang reduziert wurde (auf nunmehr 8 Bo­gen pro Quartal), erhöh­te sich, relativ betrachtet, der Jah­res-Abon­ne­ment-Preis auf 4 fl. C. M.; am ge­wohnten äußeren Er­scheinungs­bild hielt man fest.24 Wie sehr man in Bedrängnis gera­ten war, zeigt sich wohl auch daran, daß der 1826 postu­lier­te Grund­satz unbeachtet blieb, keine Quartals­schrift von weni­ger als 10 bis 12 Bogen zu veröf­fentli­chen. 

Doch trotz dieser einschneidenden Maßnahmen zeigte sich der mit den Jahrbüchern erzielte finanzielle Ertrag ebenso gering, wie er es schon bei der Monat­schrift gewesen war. Am 16. Oktober 1831 sah sich ihr Re­dak­teur daher veranlaßt, ein drittes Schrei­ben die Museums-Zeitschriften betreffend an Sternberg zu rich­ten. Darin führte er eindringlich aus, daß er unter den gegebe­nen Bedingungen außer Stande - und auch nicht Willens - sei, weiter­hin die Leitung der deutschen Ausgabe zu übernehmen. Er begrün­dete diesen, seinen Entschluß mehrfach: mit der seit 1828 immer restriktiver eingreifenden Zensur, mit dem zunehmenden Pes­simis­mus des Verlegers, mit neu übernommenen (offiziellen) Pflichten und dem daraus resultierenden Zeitmangel - und, nicht zuletzt, mit dem beschränkten Plane der Jahr­bü­cher, der es vor dem Hintergrund der verschärften Zensur fast unmöglich mache, das bisherige qualitative Niveau zu gewährlei­sten. Für die tsch­echischen Quartalshefte, auf die er sich in Zukunft konzentrie­ren wolle, sah er die Probleme nicht in solcher Bedrohlich­keit. Schließlich empfahl er ab 1832 die Wei­terführung der Jahrbü­cher in gelegentlichen, zwang­losen Hef­ten, um die Berechti­gung zur Herausgabe einer deutsch­sprachi­gen Zeitschrift nicht zu verlie­ren.25 Dergestalt ver­blieb man vo­rerst auch in einer An­kündigung am Ende des Jah­res 1831.26 Was genau Palacky unter dem be­s­chrä­nkten Plane der deut­schen Aus­gabe verstand, mit dem er sich das geringe Inter­esse vorran­gig erklär­te, macht sein Kom­men­tar zur dritten Ein­gabe in den Ge­denk­blättern klar: es han­delte sich um das Va­ter­län­di­sche;27 genau jenen Punkt also, der August Sauer ver­anlaßte, vom Muster einer Provinzialzeit­schrift­28 zu spre­chen, und den zuerst die von Johann Wolf­gang von Goe­the aus Gefäl­lig­keit gegen seinen Freund Kas­par von Stern­berg29 in An­griff ge­nommene exem­plarische Be­spre­chung des er­sten Jahr­gan­ges (1827) der Mo­nat­schrift in den Ber­liner Jahr­bü­chern für wis­sen­schaftli­che Kritik30 als deren größten Vorzug her­ausge­stri­chen hat­te. Etwas an der Situation ändern, konnte aber selbst Goethes Rezension nicht. Schließ­lich er­schien sie erst, als die Umstruk­turierung be­reits er­folgt war. Wohl hatte Goethe schon 1828 ein er­stes Kon­zept ent­wor­fen, doch blieb das Vorha­ben zu­nächst un­vollendet. Im ersten Bestreben nicht zu Ende gekom­men, konnte er sodann, gleich hin und herge­ris­sen von Tau­send Oblie­gen­hei­ten, [...] nicht wie [er] ge­wünscht hätte seit langer Zeit wie­der dran gehen, wie es in einem Brief an Stern­berg vom 29. Juni 1829 ent­schuldi­gend heißt.31 Man dele­gier­te die Aufgabe in wei­te­rer Folge (auf Goethes Wunsch hin) an einen Mitarbei­ter der Vier­tel­jahrs­schrift, den Prager Professor für Ästhetik und klassische Literatur, Anton Müller,32 und übergab das derart Erarbei­tete im Jahr 1830 Karl August Varnha­gen van Ense zur abschließenden Re­daktion und Ver­öffentlichung.33 In einem Brief an Goethe vom 29. Februar 1828 hatte er sich hierzu unter­tänigst bereit er­klärt: Wir bit­ten Ew. Excel­lenz noch ins­be­son­dre, in Form und Ausdeh­nung der gütigst ange­botenen Rezen­sion keine Regel unserer Ein­richtung als irgend eine Schranke denken zu wollen, indem unsre Jahrbü­cher doch immer, was von Ew. Excel­lenz Hand ihnen zukommt, als eine Art Einziges zu betrachten haben, welches seine Regel mit­bringt, aber nicht empfängt.34 Und Goethe nutzte die Frei­heit, die man ihm ließ.   

 

Ehe man jedoch näher herantritt, thut man wohl ...

 

... die Lage, die natürliche Würde des Königreichs Böhmen sich zu vergegenwärtigen.35 So beginnt er den von ihm unterzeich­ne­ten, jedoch nicht in seiner Gesamtheit von ihm verfaßten,36 ungewöhnlichen Streifzug durch die Beiträge der Muse­ums-Zeit­schrift. Ungewöhnlich deshalb, weil sich der Text seiner äußeren Ge­stalt nach als eine Reise durch Ge­schichte und Ge­gen­wart der böh­mischen Län­der zeigt: Von den Gren­zen her nä­hert sich der Leser zu­nächst der Haupt­stadt Prag, um dann wieder aus­zuschwei­fen, von der Stadt ins Umland, vom Überblick ins Detail und umgekehrt. Geographie und Bevölkerung des Landes stehen am Be­ginn, Notizen über die Einwohner Prags folgen; grundsätzliche Überlegungen zur Vaccination37 bilden den Übergang zu einem Blick auf die böhmischen Bäder. Anschließend führt die Reise in die Vergangenheit des 14. bis 18. Jahrhunderts. Die Geschichte des Böhmischen Museums führt sie schließlich in die Gegenwart zu­rück, deren kulturelle Leistungen im folgenden ge­würdigt wer­den: Gartenkultur, Baukunst, bildende Kunst, Musik und zuletzt - Lite­ratur und Theater. Doch läßt weni­ger der kunstvolle Rahmen einen Blick auf Goe­thes Re­zension inter­essant erschei­nen, als vielmehr die darin zu Tage tre­tende inhaltli­che Ge­wich­tung. Be­trach­tet man nämlich die kon­zeptionel­len Schwer­punk­te, die sich Goe­the für seine Rezen­sion wählte,38 und ver­gleicht man sie mit den briefli­chen Mit­teilun­gen, die er Stern­berg über seine Lektü­re der Zeit­schrift zukom­men ließ,39 so ent­steht eine Dis­kre­panz. Stehen näm­lich in der durch die Korre­spondenz doku­men­tier­ten, quasi pri­va­ten Re­zeption na­turwis­sen­schaftliche Artikel im Vor­der­grund, so vermittelt die Rezen­sion viel stärker histo­rische Gesichtspunkte. Obwohl also die Besprechung mit der Ent­schuldi­gung schließt, man habe sich durch die Fülle des Mate­rials zu repräsentativen Maßregeln genö­tigt gese­hen,40 spricht doch die­ser Eindruck für eine von vornherein ge­zielt erfolgte Auswahl der Beiträge. Der Briefwechsel mit Stern­berg liefert hierzu ein weiteres Indiz. Am 2. März 1828 bittet Goethe nämlich um die Zusendung der letz­ten beiden Nummern des ersten Jahr­gan­ges, um sich ein voll­stän­diges Bild machen zu können: Ich habe mich, schreibt er, diese Tage her mit den zehn ersten Stü­ken be­schäff­tigt, ihren Inhalt metho­disch geord­net und den Werth des ganzen da­durch an den Tag zu stellen ge­sucht.41 Dieser Wert be­stand für Goethe zweifellos in der uni­versell-histori­schen Moti­vation wissenschaftlich-kul­turellen Schaffens. Nicht umsonst verweist die Rezension in ihrem der Poesie gewidmeten Teil auf die Zweckmäßigkeit der Wahl national-historischer Stof­fe. Und nicht nur das; man sollte in ihrer auffrischenden Be­handlung danach stre­ben, die Derbheit der anti­ken Motive mög­lichst beizu­behalten.42 Gleichzeitig bedeutete aber eine solche Sichtweise für ein mehrsprachiges Land wie Böhmen den Austausch und die Wechselseitigkeit43 literarischer Kul­tur, sei es nun durch Über­set­zung oder Nachdichtung. Die "Wieder­entdeckung" der Königin­hofer Handschrift durch den Bibliothe­kar des vaterlän­dischen Museums galt Goethe hier als Vorbild, ebenso wie die deutsche Version der Sonette Jan Kollárs und die Übertragung einzel­ner Ge­dichte Karl Egon Eberts und Anton Müllers ins Tschechische.44 Wie wichtig Goethe die am Beispiel der literari­schen Stoff-Wahl abgehandelten prinzipiellen Überlegungen waren, deren endgültige stilistische Ausarbeitung allerdings nicht von ihm stammt, läßt sich an seinem detail­lierten, schlagwortartigen Kon­zept zum Punkt Poesie able­sen.45 Daß jene zentrale Aussage dann jedoch an den Schluß des Textes gerückt wurde, scheint von daher betracht­et wider­sprüch­lich. Einen vordergründigen Widerspruch in ent­gegengesetz­ter Richt­ung tragen dagegen sowohl die Monatschrift als auch die Jahr­bü­cher in sich. Sie stellen die in ihrem end­gültigen Programm erst an drit­ter Stelle aufgeführte Poesie an den Beginn eines jeden Heftes.46

 

da doch nur der Geist belebt ...47 

 

Und das erscheint bemerkenswert. Denn im Rahmen der hist­orisch-wissenschaftlichen Zielsetzung von Museum und Zeitschrift zeugt das 1827 veröffentlichte Programm der letzteren von einer philo­sophisch-logi­schen Rangfolge ihrer drei wesentlichen Bereiche. Geschichte steht am Beginn. Aus ihr wächst das Interesse an der Naturkunde. Die Einsichten bei­der Disziplinen schließlich nähren gemeinsam mit dem Wunsch nach einer Hinter­lassenschaft an die Nachwelt Literatur und Kunst48 - genau so, wie es im persönli­chen Werk Kaspars von Sternberg beobachtet werden kann. Am deut­lich­sten kommt diese Sichtweise im Titel eines von F. X. M. Zippe 1828 für die Monatschrift verfaßten Beitrages über den Ein­fluß der mine­ralogischen Wissen­schaften auf die Künste und Ge­werbe, und ihren frühern und ge­gen­wärtigen Zustand in Böh­men49 zum Ausdruck. Hier wird beinahe wörtlich die Formulierung der entsprechenden Stelle in den Ausführungen zu Zwek und Plan die­ser Monatschrift50 von 1827 aufgenommen. Daß man aber gleich im ersten Heft, nur wenige Seiten weiter, das eben erst verkün­dete Vorhaben in seinem gedanklichen Hintergrund ad ab­surdum zu füh­ren scheint, indem poeti­sche Beiträge das Heft eröffnen, ver­anlaßt zu grund­sätzlichen Überlegungen. An reine Will­kür in der ur­sprüng­lichen An­ordnung der Programmpunk­te mag man nicht recht glauben; an eine Über-Interpretation ihrer tieferen Aus­sagekraft ebenso wenig. Tat­sache bleibt aber, daß sich für den zeit­ge­nös­si­schen Leser (nicht zuletzt aufgrund der zur Jahres­mitte und zu Jahres­schluß veröf­fentlich­ten zusam­men­fassen­den Übersichten der bis dahin gedruck­ten Bei­träge) fol­gen­des Bild vom in­haltli­chen Kon­zept der Zeit­schrift ergab: Auf Arbei­ten aus dem Bereich der Schö­nen Litera­tur folgen in nicht immer gleichbleibender Reihen­folge naturge­schicht­liche Auf­sätze, oekono­mi­sche, tech­nologi­sche, kommer­ziel­le, dann Bäder und Heil­quel­len betref­fen­de, sta­ti­stische und (hi­storisch- oder ethno­gra­phisch- oder aesthe­ti­sch-) topo­graphi­sche sowie hi­sto­ri­sche Beiträge.51 Fin­den sich in einem Heft keine litera­ri­schen Proben, so treten gelegentlich histo­rische Texte an deren Stel­le. Diese Beobachtung weist die ange­stellten Betrachtungen zu­rück zum Problem des Vaterländi­schen. Im Zeit­geist52 untrenn­bar mit einer not­wen­dig histori­schen Annä­herung an die Gegenwart ver­knüpft, bildete diese Idee den wei­testmögli­chen Rahmen für die deutschsprachige Museums­zeit­schrift. Denn man blieb in ihrer Interpretation nicht am Ist-Zustand der Ge­genwart stehen. Wenn es darum ging, die räum­liche Ausdehnung des inhaltlichen Ein­zugsgebietes zu definieren, hielt man sich viel­mehr an die zwar überhol­ten, aber historisch je­weils aktuellen Grenzen des König­reiches Böhmen. Und da Böhmen etwa im Mittel­alter zu Zeiten bis ans adriati­sche Meer gereicht hatte,53 konn­te man ebenso pro­blem­los Bei­trä­ge über die damals angrenzende Graf­schaft Görz auf­nehmen wie sol­che, Mähren, Schle­sien, die Lausi­zen, zum Theil auch Branden­burg und Lüzelburg54 betref­fend. Geschichte ordnete sich in die­sem Sinne dem Natio­nal-Gedanken unter, der verfolgte Zweck auf sym­bioti­sche Art und Weise der übergeordneten Idee. Oder wie Palac­ky es in sei­nem Ent­wurf von 1825 formu­liert: Aber wichti­ger noch als die Wahl der Stoffe, möchte für beide Zeit­schriften die festge­halte­ne Form derselben, näm­lich der Geist in deren Behand­lung werden; da doch nur der Geist be­lebt, während der Buch­stabe tödtet.55 Glei­chzeitig aber wußte er, daß nichts so unver­wech­selbar den Geist einer Zeit vermittelt wie die ihr eige­ne Lite­ratur und Kunst.56 Und derart schließt sich der Kreis. Hi­stori­sches Inter­esse gab den An­stoß zu jedweder Art von For­schung; Dichtung und Kunst nahmen den sich darin aussprechenden Geist auf und rückten so in ihrer doku­mentarischen Qualität an den Beginn aller Über­legun­gen. Die gezielte Auswahl der Beiträge wiederum fügte sich der postulier­ten Hierarchie der Prioritäten.

 

gegen das Ausland gleichsam die Nationalstimme zu führen ...57

 

Darin sollte die Aufgabe der Monatschrift und der Jahrbücher bestehen. So fanden in erster Linie repräsentative Autoren Auf­nahme: Gelehrte, Professoren der Prager Hochschulen - Akademiker ganz allgemein. Um einige Beispiele zu nennen, sollte es genü­gen, an den Histo­riker Abbé Joseph Dobrowsky, den Theologen Ma­ximilian Mil­lauer, den Physiker Franz Ignaz Cassian Hallaschka oder den Mediziner Vincenz Julius Edlen von Krombholz zu erin­nern. De­tail­lier­te na­mentli­che Über­sich­ten der Mit­arbei­ter lie­gen be­reits anderen Orts vor.58 Die Zeitschrift präsen­tier­te sich somit auf den ersten Blick als eta­bliert-kon­serva­tiv. Da­zu trug auch nicht unwe­sent­lich die Wahl des Verlages, der späteren k.k. Uni­ver­si­tätsbuch­hand­lung Calve bei. Unter der Oberflä­che zeigte man sich jedoch - inner­halb der gegebenen Möglichkei­ten - ­pro­gres­siv, indem man (lite­rari­sch-künstlerischen) Talen­ten Chan­cen bot und zwi­schen den Kultu­ren vermittel­te. Es ent­stand eine ei­gen­tümliche Doppelge­sich­tig­keit. Offi­ziöse Huldi­gungs­ge­dichte auf das öst­er­rei­chi­sche Kaiser­haus von Anton Mül­ler und Carl Ferdi­nand Dräx­ler-Man­fred59 stehen neben Dichtun­gen nach natio­nal-hi­sto­ri­schen, sla­wi­schen Stof­fen. Sie lieferten vor allen Karl Egon Eb­ert, Wil­helm (Wolfgang) Adolf Gerle (der ab 1830 für ethnogra­phi­sche Mis­cellen zuständig war) und Anton Mül­ler.60 Ebenfalls in diesen Kreis gehö­ren die 1829 ent­stan­denen litera­ri­schen Be­arbei­tun­gen des Nepo­muk-Stof­fes durch Edu­ard Habel-Ma­linski (mit Widmung an die Kaise­rin), Jo­hann August Zim­mermann und Wenceslaw Aloys Swobo­da,61 auf deren nationa­le Be­deutung Jiri Munzar in sei­nen Aus­führungen »zu eini­gen Prager deutsch­sprachigen Zeit­schrif­ten aus dem ersten Drit­tel des 19. Jahrhun­derts« ver­wiesen hat.62 Die meisten der Texte waren Erst-Abdrucke von Proben aus noch unver­öffent­lichten Wer­ken. Gele­gentlich rezensierte man die entsprechenden Autoren dann gleich in einer der folgenden Nummern, manchmal verriß man sie schon vor­her.63 Auf dem musika­lischen Sektor be­sprach man unter ande­rem das Re­quiem Wenzel Johann To­masch­eks (Václav Jan Toma­seks),64 der für die Monatschrift musik-kritische Artikel ver­faßte.65 Er ver­körperte den kul­tu­rellen Aus­tausch zwi­schen Sla­wen und Deut­schen ebenso wie die wieder­holten Ausein­an­derset­zungen mit dem Schaf­fen J. Kol­lárs und Frantisek Ladislav (Franz La­dislaus) Cela­kowskys.66 Das alles machte der erhabene Status der Zeit­schrift möglich. Er schuf Frei­räu­me. Andreas Lud­wig Jeitte­les' (ps. Ju­stus Frey) dramatischer Lob­ge­sang auf Göthe's Gene­sung etwa schei­terte in Wien an der Zen­sur.67 Das Pra­ger Mu­seums-Blatt durf­te das - ohnedies harmlo­se - Gedicht (wäre nicht Goe­the der Besungene gewesen) druc­ken.

Schon während des Jahres 1828 allerdings ver­lagerte sich das Schwer­gewicht der Beiträge zunehmend auf den rein wis­sen­schaft­lich-histo­rischen Be­reich. Darüber hinaus kam Ent­fernte­res zu grö­ßerer Gel­tung. W. A. Gerle be­rich­tete (1830 und 1831) von den Coloni­sten von Neu-Süd-Wa­les, den Arme­niern in Jeru­sa­lem, über die Bil­dung der Kais­sak-Kirgisen, die Gesez­ge­bung der Birma­nen, über Crimi­nal­verfah­ren in China oder von Er­inne­run­gen aus dem Mis­sissip­pi-Tha­le.68 Das Vaterländi­sche zeig­te hier erste Anzei­chen des Ver­wässerns, obwohl das histori­sche Element stärker denn je ver­wirklicht war. Gleichzeitig trat eine auffal­lende Verengung des Litera­ten-Spek­trums ein. Allein Karl Egon Ebert konnte sich bis zum Ende als Mitarbeiter halten; viel­leicht deshalb, weil seine Dich­tungen problemlos in das va­ter­ländische Konzept paßten und weil überdies seine Einzel-Pu­blika­tio­nen zu die­ser Zeit eben­falls von Calve verlegt wur­den.69 Ins­gesamt hatte er so elf seiner (zum Teil wichtigsten) Werke im Aus­zug oder vollständig zu­erst in der Mu­seums-Zeit­schrift ver­öf­fent­licht, bevor sie in Buchform ihre Leser zu er­rei­chen ver­suchten: Wlasta. Böh­misch-nationales Hel­dengedicht in drei Büchern (18­27, 1828), Die Ruine (1827), Herz und Blume (1827), Eine Vision am Wysseh­rad (1827), Frau Hitt. Eine Ti­roler Volkssage (1827), Veste Karlstein (1828), Bre­tislaw und Jutta (1828, 1829, 1830), Der Dom zu Freiburg im Breisgau (1830), Dali­bor (1830), Er­ster Gesang der Idylle: das Klo­ster (1830) und Dri­tter Gesang der Idylle: das Kloster (18­31).70 Ähnliche Voraus­setzungen bot W. A. Swoboda, der ebenfalls Natio­nal-historisches bevorzugte: Klein­skal (1827), St. Wen­zel im Fürstenrathe zu Regensburg (1827) und Der ei­ser­ne Hahn von Raab. 1598 (1827). Von ihm stammt die 1828 teil­wei­se in der Monatschrift vor-abge­druck­te, zweite ver­bes­serte Über­setzung der Königinhofer Hand­schrift von 1829.71 Aus dem rei­chen Scha­ffen W. A. Gerles hingegen wähl­te man lediglich Sa­gen (18­27) und das Vorspiel zu Jaromir und Udal­rich, Herzo­ge von Böh­men: Der Wrssowe­cen Rache (1827). Das Ge­samt­werk der übrigen Lite­ra­ten machte eine noch ge­zieltere Aus­wahl nötig. C. F. Dräx­ler-Man­freds Palette setzte sich groß­teils aus Nach­dich­tun­gen zu­sammen (etwa des P. Ovidius Naso Lieder der Liebe von 1827 oder Über­setzun­gen aus dem Französi­schen nach Victor Hugo). Seine Texte er­schienen mit einer Ausnahme (Augensprache, und: der Mann, 1827) im Jahr 1828: Sem­pach (1386), Gedich­te und Das schö­n­ste Bild. Zum zwölf­ten Februar 1828,72 und das, nach­dem Anton Müller bereits 1827 in einer Rezension (für die Mu­se­ums-Zeit­schrift) den origi­nellen Wert des Autors in Frage ge­stellt hatte.73 Und auch hier drängt sich die mögliche Verbin­dung zu einem Ver­lag auf: Bis Mitte 1828 versah die Prager Buch­hand­lung J. Kronber­ger und Weber den Vertrieb der Monat­schrift auf dem Gebiet der Mon­archie,74 und bei Kron­ber­ger und Weber er­schienen 1827 Man­freds Gedich­te. Bleiben noch Wilhelm Marsa­no (Die Jah­reszei­ten, 1827),75 den Johann Heinrich Dambeck zum Dich­ten ermu­tigt hat­te76 und der vor allem Novellen und Lust­spiele schr­ieb; Andreas Lud­wig Jeit­teles (Lehrerin Nymphe. Geschrieben an der Heilquel­le zu Te­plitz im Spätherbst 1821, 1827; Wet­t­streit der Dich­tungs­gat­tungen, 1827),77 der Lehr- und Gele­gen­heitsgedichte (zum Teil musika­lisch unter­legt) in der Tradi­tion der öster­rei­chi­schen Aufklä­rung sowie er­ste Szenen zu einer Neu-Inter­preta­tion des Faust-Stoffes schuf;78 und Johann August Zim­mer­mann, von dem eini­ge geist­liche Dich­tun­gen erhalten sind.79 Nur eine Hand voll Schri­ft­steller, und nur wenig Boden­ständiges, könnte man nun meinen - und Palacky emp­fand es wohl ebenfalls so, als er seine desillu­sionierte Eingabe von 1831 formulierte. Doch genau be­trachtet, stand ihm hier als Re­dak­teur das gesamte zeit­ge­nössi­sche Litera­tur-Spek­trum des be­gin­nenden 19. Jahrhun­derts zur Verfügung. Denn zur lite­rarischen Kultur der Zeit gehörten die in Öster­reich lange leben­dige rokkok­ko-hafte Gele­gen­heits­dich­tung80 und die dich­terische Betonung der Idylle ebenso wie die zunehmende Entdeckung spezifisch nationaler Stof­fe oder die Adaption fremdsprachi­ger Autoren. Da alle genann­ten Richtun­gen of­fenkundig in Böhmen ver­tre­ten waren, hätten sie naturgemäß jenes typische Gemälde81 ver­voll­stän­digen helfen können, das man der Mit- und Nachwelt82 von dem Land prä­sentie­ren wollte. Es wäre le­diglich die Frage einer literari­schen Belangen angepaßten Inter­pre­tation des Be­griffes "na­tio­nal" gewe­sen. Für dessen enge Auslegung im Pro­gramm der Mu­seums-Blät­ter nämlich fehl­te wohl im Böhmen des frühen 19. Jahr­hun­derts das Bewußtsein mehr, als es den (durch­aus schon vor­han­de­nen) Nationa­li­sten83 auf beiden Sei­ten lieb war. Schließ­lich ent­stammte die Mehrheit der deutsch­spra­chigen Autoren noch einer Zeit, für die Nationalismus in der Literatur kein Thema war. Trotzdem gab es in der deutschen Lite­ratur immer regionale Vari­an­ten, die sich von unterschiedli­chen, über-regio­nalen Litera­tur-Theo­rien beein­flußt zeigten. Diese potentielle dokumentari­sche Be­rechtigung nahm man jedoch offen­bar nicht wahr. Was man suchte, war das dekla­riert Boden­ständi­ge, und davon gab es we­nig. Daß man gleichzei­tig dadurch Gefahr lief, ein verzerrtes Bild dessen zu zeichnen, das man gleich einem Archiv84 feststel­lend konser­vie­ren wollte, liegt auf der Hand. Jiri Munzar schließt seine Be­trachtungen mit den Wor­ten, die Prager Museums-Zeit­schrift habe im Presse-Umfeld der Zeit (etwa im Vergleich zu Hesperus und Kranz, von deren Mitar­beitern einige auch für die Monat­schrift tätig waren85) für die­jenigen se­riösen roman­ti­schen Blät­ter ge­stan­den, die auf die natio­nale Vergangen­heit ausge­richtet waren und die sich der Wis­sen­schaft und Kunst und Lite­ratur widme­ten.86 Diese Feststellung könnte man ergän­zen: In ge­wisser Weise zielte Pa­lackys Aus­legung des Programms darauf ab, die deutsch­sprachige Litera­tur Böhmens neu zu schaf­fen, - im Kontext des von den Herausgebern definier­ten Bildungsauftra­ges.87

 

 

 

 

Anmerkungen

 

1Monatschrift der Gesellschaft des vaterländischen Museums in Böhmen (im folgenden: Monatschrift), Prag 1827-1829, hier: 1827, Januar, S. 4.

2Vgl. Gedenkblätter (im folgenden: Palacky), hg. von Franz (Frantisek) Palacky, Prag 1874, S. 48.

3Vgl. A. G. Przedak, »Geschichte des deut­schen Zeitschriftenwe­sens in Böhmen« (im folgenden: Przedak), Heidel­berg 1904, S. 155-56. Es handelt sich hierbei um ein Zitat aus August Sauers Einleitung zum von ihm herausgegebe­nen Brief­wech­sel zwischen Goethe und Sternberg: Vgl. Ausgewählte Werke des Grafen Kaspar von Sternberg, Bd. 1, Briefwechsel zwi­schen J. W. v. Goethe und Kas­par Graf v. Sternberg (1820-1832), hg. von August Sauer, Prag 1902 (= Bibliothek Deutscher Schriftsteller aus Böhmen. Bd. 13), S. XXXI-XXIII (im fol­genden: Sternberg, Briefwechsel).

4Alfred Klaar, bis 1882 Aaron Karpeles; geboren 7.11.1848 (Pra­g); gestorben 4.11.1927; Mitredakteur des Tagesboten aus Böh­men (1868-72); ab 1873 Redakteur der Bohemia; 1898 a. o. Pro­fessor für deutsche Literatur an der deutschen Technischen Hoch­schule in Prag (Vgl. »Öste­rrei­chi­sches Bio­gra­phisches Lexi­kon«, Bd. 3, S. 362).

5Alfred Klaar zitiert nach A. G. Przedak, S. 157.

6Vgl. Sternberg, Briefwechsel, S. XXX.

7Vgl. Palacky, S. 47-48, S. 53.

8Vgl. ebd., S. 53.

9Vgl. ebd., S. 60. Palacky legte hierbei größten Wert auf die Feststellung, die Zeitschrift solle dadurch zu keiner bloss unterhaltenden Lecture, zu keinem belletristischen Blatt gemacht werden. Beschäftigung mit schöngeistiger Literatur schien ihm, selbst im Rahmen von Artikeln über dieselbe, für eine wissen­schaftliche Zeitschrift nicht seriös genug zu sein. Seine Halb­herzigkeit in dieser Frage war es wohl, die bei Sauer zu der Interpretation führte, daß sich Palacky hier dem Wunsch Stern­bergs gefügt habe (Vgl. Sternberg, Briefwechsel, S. XXXII).

10Vgl. Palacky, S. 56; auch Wenzel Nebesky, »Geschichte des böhmi­schen Museums in Prag«, Prag 1868, S. 60-69.

11Zitiert nach Przedak, S. 158. Mit Übernahme durch den Verlag Calve im Juli 1828 konnten auswärtige Mitarbeiter ihre Beiträ­gein Leipzig bei Herrn Immanuel Müller einreichen (Vgl. Monat­schrift, 1828, Juli, Innenseite des vorderen Einbandes). Im Redak­tions­büro in Prag konnte man sich auch nach Vorlage des Pränu­mera­tions­scheines die Monatshefte ab dem Fünf­ten eines jeden Monats zwi­schen 10 Uhr vormittags und 1 Uhr nachmittags abholen (Vgl. Monatsschrift, 1827, Januar, S. 96). Mit Juli 1828 verlegte man den Erscheinungs­tag auf den Fünfzehn­ten eines jeden Monats (Vgl. Monatschrift, 1828, Juli, Innensei­te des vorderen Einban­des). Die Jahrbücher des böhmischen Museums für Natur- und Länderkun­de, Geschichte, Kunst und Literatur (im folgenden: Jahrbücher), Bd. 1-2, Prag, Calve 1830-31 schließlich erschie­nen am Ende der Monate Janu­ar, April, Juli und Oktober (Vgl. Monat­schrift, 1829, Dezem­ber, S. 534).   

12Przedak nennt fälschlicher Weise den Namen Dr. Johann Pala­ky (Vgl. ebd., S. 156).

13Franz Klutschak (1814-1886) war ausgebildeter Jurist; seit 1836 als Mitglied der Re­daktion der Bohemia tätig, zwischen 1844 und 1877 als ihr Chef­redakteur. Er erhielt die Ehrenmit­glied­schaft des Vereins deut­scher Schriftsteller und Künstler in Böhmen (Concordia) und der Lese- und Redehalle der deutschen Studenten in Prag. Unter sei­ner Leitung entwickelte sich die Bohemia zum politischen Organ für die höhe­ren Schichten der deutsch­sprachigen Bevölkerung Böhmens (Vgl. »Österreichisch Bio­graphisches Lexikon«, Bd. 3, S. 426).

14Vgl. Przedak, S. 158.

15Vgl. u. a. Emil Franzel, »Die Bibliothek des Landesm­useums in Prag«, S. 17.

16Sternberg, Brief­wechsel, S. 191.

17Vgl. Palacky, S. 65. W. Nebesky (»Geschichte des böhmischen Mu­seums«, S. 67) stellt diese Zahl in Rela­tion zum Gesamt-Absatz der Monatschrift mit Ende des Jahres 1828, der bei 243 Exempla­ren lag.

18Vgl. Palacky, S. 55.

19Vgl. ebd., S. 63-64. Man plante, jedes Exemplar einer Aufla­ge einzeln vom Museum stempeln zu lassen.

20Vgl. ebd. Offenbar setzte man diese Pläne nicht von Anfang an in die Tat um. Denn die Dezember-Nummer des ersten Jahrganges der Monatschrift kündigt die rigorose Anpassung der Auflagen­stär­ke an die Zahl der Vorbestellungen erst für das Jahr 1828 an, gemeinsam mit der geplanten (und von der ursprünglichen Vorgangsweise abweichenden) Veröffentlichung einer Namensliste der Abonnenten der Monatschrift (Vgl. ebd., 1827, Dezember, unpaginierter Anhang; Palacky, S. 63).  

21Ebd., S. 63.

22Vgl. ebd., S. 50.

23Vgl. Monatschrift, 1828, Mai, S. 424. Die einzige Veränderung bestand in der Erhöhung des Ladenpreises mit Beginn des Jahres 1828 von 7 auf 8 fl. C. M. (Vgl. Monatschrift, 1827, November, S. 72).

24Vgl. Monatschrift, 1829, Dezember, S. 534 und Jahrbücher, Bd. 1, 1830, S. 1, Innensei­te des vorderen Einbandes. Seit Mitte des Jahr­ganges 1828 befan­den sich Informa­tionen zu den diversen Preis­varianten jeweils an dieser Stelle einer jeden Nummer.

25Vgl. Palacky, S. 65-67. Nach Nebesky (»Geschichte«, S. 68) war der Absatz der Jahrbücher bis ins Jahr 1831 auf 155 Exem­plare gesun­ken.

26Vgl. Jahrbücher, Bd. 2, 1831, S. 4, unpaginierter Anhang.

27Vgl. Palacky, S. 65.

28Sternberg, Briefwechsel, S. XXXIII.

29Vgl. zu dieser Sichtweise Palacky, S. 65.

30J. W. v. Goethe, Monatsschrift der Gesellschaft des vaterlän­dischen Museums in Böhmen in: »Berliner Jahrbü­cher für wis­sen­scha­ftliche Kri­tik«, 1830, I, Nr. 58-60, S. 457-80. Die Rezen­sion wurde außerdem in Auszügen unter dem Titel Göthe's Stimme über die böhm. Literatur in den Jahrbüchern des böhmischen Mu­seums, Bd. 1, 1830, 4, S. 498-502 abgedruckt. Schließlich wurde der gesam­te Text in Hempels Goethe-Ausgabe aufgenommen (Bd. 29, S. 147-73).

31Sternberg, Briefwechsel, S. 179.

32Vgl. ebd., S. 181. Anton Müller wurde 1792 in Oschiz geboren und starb am 5. Januar 1843 in Prag. Seit 1816 unterrichtete er am Gymna­si­um zu Jit­schin: später in Innsbruck. Hier lernte ihn der dama­li­ge Landes­gouve­neur Karl Graf Chotek kennen und setzte seine Beru­fung an die Prager Universität durch. Ab 1826 lehrte er dort als Professor der Äs­thetik und der klas­si­schen Lite­ra­tur. Seine Vorträge ent­wickelten sich zur »Mode des Tages« (Prz­edak, S. 122). Bis Ende 1827 veröffentlichte er Bei­träge im Haupt­blatt der Prager Zei­tung. Danach kreierte man für ihn (auf Wunsch des Oberst­burggra­fen Karl Graf Chotek) die in Ver­bind­ung mit der Prager Zeitung ab 1. Januar 1828 er­schei­nen­den Unter­hal­tungs­blätter

33Vgl. ebd., S. XXXIX, S. 181, S. 345-46.

34Zitiert nach Sauer (Sternberg, Briefwechsel, S. 346).

35J. W. v. Goethe, Werke, Hempelsche Ausgabe, S. 150-51.

36Vgl. hierzu Sauers Ausführungen in Sternberg, Briefwechsel, S. XXXIX-XL.

37Unter diesem Begriff versteht man Immunisierungs-Impfungen gegen Pocken und Typhus.

38Vgl. zu Goethes Konzept seiner Rezension Sternberg, Brief­wechsel, S. XXXIX-XL.

39Vgl. ebd., S. 147, S. 223.

40Goethe, Werke, Hempelsche Ausgabe, S. 172.

41Sternberg, Briefwechsel, S. 155.

42Goethe, Werke, Hempelsche Ausgabe, S. 171.

43Ebd.

44Vgl. ebd.

45Vgl. Sternberg, Briefwechsel, S. XL-XLI.

46Es gilt dies allerdings nur für jene Nummern, in denen lite­rarische Texte zur Veröffentlichung gelangten, also für insge­samt 25 Hefte (Monatschrift und Jahrbücher zusammengenom­men). Davon entfallen 11 auf den Jahrgang 1827.

47Palacky, S. 54.

48Vgl. Monatschrift, 1827, Januar, S. 3-7; auch Palacky, S. 58.

49Vgl. Monatschrift, 1828, Juli, S. 3-22.

50Vgl. ebd., 1827, Januar, S. 6.

51Diese Kategorisierung wurde von Anton Müller für seine von Goethe gewünschte Zusammenstellung der zwischen 1827 und 1830 gedruckten Beiträge übernommen (Vgl. Sternberg, Briefwech­sel, S. 192-206). Die Einteilung in den Jahrbüchern sah wie folgt aus, Für den Band von 1830 waren 10 Bereiche vorgesehen, Poesie, Natur­kunde, Statistik (politische Arithme­tik, Commerz- und Ge­werbs­wesen), Geschichte, Völkerkunde/ Topo­graphie, Kunst, Spra­che und Literatur, Böhmisches Museum, Nekro­log, literärische und Kunst­anzeigen aus Böhmen. Im Band von 1831 hatte man zwei davon zu­sam­mengefaßt. Übrig blieben Poesie, Naturkunde, Statistik/ Topo­gra­phie/usw., Geschichte (incl. Böhmische Alterthümer), Kunst, Lite­ratur, Böhmisches Museum, literärische und Kunstan­zeigen.

52Zum Einfluß des Zeitgeistes auf den Plan zur Herausgabe der Monatschrift vgl. Palacky, S. 58.

53Unter König Ottokar II. (1253-78) wurden Österreich, Steier­mark, Kärten und Krain der böhmischen Herrschaft unterworfen. In der Schlacht auf dem Marchfeld (1278) gegen Rudolf von Habsburg gingen die Gebiete wieder ver­loren. 

54Monatschrift, 1827, Januar, S. 5.

55Palacky, S. 54.

56Vgl. ebd., S. 59.

57Palacky, S. 49.

58Vgl. Przedak, S. 158-59.

59Vgl. Der zwölfte Hornung. Zur Geburtstagsfeier Seiner Maje­stät des Kaisers, gedichtet von Prof. Anton Müller (Monat­schrift, 1827, Februar, März, S. 3-5), Das schönste Bild. Zum zwölf­ten Februar 1828. Von C. F. Dräxler-Manfred (Monat­schrift, 1828, Februar, S. S. 99-103).

60Karl Egon Ebert, Die Vision auf dem Wyssehrad (Monatschrift, 1827, Juni, S. 1-5), Veste Karlstein (ebd., 1828, Januar, S. 1-18), 4 Frag­mente und Ein­leitung zur Wlasta (ebd., 1827, Januar, S. 1-19; 1828, Febr., S. 103-112), 3 Proben aus Bretislaw und Jutta (ebd., 1828, Nov., S. 379-92; 1829, Januar, 3-24; Jahrbü­cher, 1830, 3, S. 278-80), Dali­bor (Jahrbücher, 1830, 3, S. 275-78); Wolf­gang Adolph Ger­le, Vorspiel zu Jaromir und Udalrich, Herzoge von Böhmen, Der Wrsso­wecen Rache (Monatschrift, 1827, August, S. 3-16), Sagen, Der Müller und der Jäger, Die Braut (eb­d., 1828, Mai, S. 354-59); Anto­n Mül­ler, Horimir und sein Roß Semjk (Monat­schrift, 182­7, Febr., S. 3-19), Kassa und Biwoi (ebd., 1827, Okt., S. 3-29), Ein Bruch­stück aus dem Epos, Ne­klan und Wlas­law (ebd., 1828, Mai, S. 347-53).

61Vgl. Eduard Habel-Malinski, Proben aus dem Gedichte Johann Hasil von Nepomuk (Monatschrift, 1829, Januar, S. 157-165); W. A. Swoboda, Frag­mente der Legende vom hei­ligen Johann von Nepo­muk, I. Das Erntefest, II. Das Gelübte, III. Die Geburt, XII. Die Hoch­schule (ebd., 1829, Juni, S. 477-485); Johann August Zim­mer­mann, Probe-Scenen aus dem ungedrukten Trauerspiele, Jo­hannes Nepomucenus (ebd., 1829, April, S. 313-323; 1829, Mai, S. 379-99).

62Vgl. Jiri Munzar, »Zu eini­gen Prager deutsch­sprachigen Zeit­schrif­ten aus dem ersten Drit­tel des 19. Jahrhun­derts« (im fol­genden: Munzar). In: »brücken«. 1985-86. S. 100-107, hier, S. 105.

63Vgl. u.a. Monatschrift, 1827, Mai, S. 95-100; 1828, Sept., S. 259-273.

64Vgl. ebd., Juli, 1827, S. 81-89.

65Wenzel Johann Tomaschek, Uiber Kritik in Bezug auf Musik (Monat­schrift, 1829, Oktober, S. 303-15), Besprechung einer Messe von Joh. Fl. Kluger (ebd., 1827, Febr., S. 83-84).

66Vgl. dazu Anton Müller, Einige Worte, über das böhmi­sche Volks­lied, veran­lasst durch die Lie­dersamm­lungen, »Ceské národnj pjsne« von unge­nannten Her­ausge­bern und »Slowanské národnj pjs­ne« von Cela­kowsky (Monatschrift, 1827, Aug., S. 72-80), Ein Wort über Volks­schrift­stelle­rei, veran­lasst durch Cela­kowskys, »Ohlas pisny ruskych« (ebd., 1829, Juli, S. 43-56; 18­29, August, S. 109-25); Russische Volkslieder aus Celakowskys Sammlung, Heim­weh, Die Verlassene, Vor der Schmiede, Ver­gebliche Klage, Die Räuber, Im Kerker (Monatschrift, 1828, Juni, S. 460-65); außer­dem Joseph Wen­zig, Sonette von J. Kollár. Aus dem Böhmi­schen übersezt (ebd., 1827, Januar, S. 49-53), Sla­wische Volks­lie­der aus Cela­kowskys Samm­lung, Boten der Liebe (böhm.), Gold überwiegt die Liebe (böhm.), Die fünf Freier (mäh­r.), Mein wirst Du, o Lieb­chen (mähr.), Mädchens Klage (slo­wak.), Los des Ver­heirate­ten (slo­wak.) (ebd., 1827, Juli, S. 9-14), Übersetzungen aus Cela­kowskys Sammlung, Held Surowec (nach dem Russ.), Land­wehrlied (ebd., 1827, Sept., S. 52-56) Ilja von der Wolga. Aus dem Böh­mi­schen des F. L. Cela­kowsky (Jahrbücher, 1830, 1, S. 3-14).

67Vgl. Sternberg, Briefwechsel, 363; Monatschrift, 1829, Mai S. 399-406); »Berichte des Freien Deutschen Hochstifts«. Neue Fol­ge, XVII, S. 164. 

68Vgl. Jahrbücher, 1830, 3, S. 352-58; 4, S. 441-51; 1831, 4, S. 475-86.

69Vgl. dazu die Ankündigungen des Verlages Calve in der Monat­schrift, 1828, Juli, unpaginierter Anhang.

70Herz und Blume (Monatschrift, 1827, Juni, S. 16-17), Die Ruine (ebd., 1827, März, S. 5-13), Frau Hitt (ebd., 1827, Nov., S. 1-6), Der Dom zu Freiburg im Breisgau (Jahrbücher, 1830, 1, S. 14-16), Erster Gesang der Idylle, das Kloster (ebd., 1830, 2, S. 131-147), Dritter Gesang der Idylle, das Kloster (ebd., 1831, 2, S. 3-21).

71Kleins­kal (Monatschrift, 1827, Juni, S. 11-16), St. Wenzel im Fürsten­rathe zu Regensburg (ebd., 1827, Sept., S. 10-13), Der ei­serne Hahn von Raab. 1598 (eb­d., 1827, Dez., S. 3-6). Probe einer ver­besser­ten Übersetzung der Köni­gin­hofer Hand­schrift, Cestmir und Wlas­law (ebd., 1828, April, S. 304-12).

72Augensprache, und, der Mann (Monatschrift, 1827, Juli, S. 6-9) Gedich­te, Er­wachen, Der Spiegel, Schwärmerei, Rosenepistel (eb­d., 1828, Mai, S. 379-94), Sempach (1386) (ebd., 1828, März, S. 195-200), Ge­dichte, Gleich­niss, Wie­dergabe, Fragen, Wun­sch, Streben, Tag und Nacht (ebd., 1828, Dez., S. 475-78).

73Vgl. Monatschrift, 1827, Mai, S. 95-100.

74Vgl. u. a. die Information in der Monatschrift, 1827, Januar, S. 96.

75Die Jahreszeiten (Monatschrift, 1827, Sept., S. 3-8).

76Vgl. u. a. »Österreichisch Biographisches Lexikon«, Bd. 6, S. 109; Przedak, S. 144.

77Wettstreit der Dichtungsarten (Mo­natschrift, 1827, Juni, S. 3-11), Lehrerin Nymphe. Geschrieben an der Heilquelle zu Teplitz im Spätherbst 1821 (ebd., 1827, Sept., S. 8-9).

78Vgl. Justus Frey. Gesammelte Dichtungen, Prag 1899 (= Biblio­thek deut­scher Schriftsteller in Böhmen, Bd. 10).

79Vgl. Sternberg, Briefwechsel, S. 195.

80Vgl. zu dieser Facette der österreichischen Spätaufklärung die Diplomarbeit der Verfasserin (Veronika Bernard, »Die Lyrik Johann Bap­tist Alxingers. Politisches Engagenment und soziale Wirkung«. Innsbruck 1987 [masch.]).

81Palacky, S. 58.

82Ebd.

83Vgl. Matthias Murko, »Deutsche Einflüsse auf die Anfänge der slavi­schen Romantik«, Bd. 1: »Die Böhmische Romantik. Deutsche Ein­flüs­se auf die Anfänge der böhmi­schen Roman­tik«. Graz 1897, S. 31, S. 107.

84Palacky, S. 58.

85Vgl. Przedak, S. 137-160. Für den Hesperus arbeiteten Kaspar von Stern­berg, E. W. Gautsch, Dr. Krombholz, J. Chr. Mi­kan, für den Kranz W. A. Gerle (der ihn im Jahr 1823 her­ausgab), Franz X. Zau­per und Ludwig Rößler.

86Munzar, S. 106.

87Vgl. Monatschrift, 1827, Januar, S. 6 und Palacky, S. 57-58.